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Albertstadt
Albertstadt, Dresden

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Allgemeine Stadtteilinfo

Als Garnisionsstadt wurde die Albertstadt erst 1873 auf den bis dahin unbebauten Hellerterrassen errichtet. Die Militärstadt bildete eine eigenständige Gemeinde, die erst nach 1945 zu Dresden eingemeindet wurde. An der heutigen Stauffenbergallee, der Hauptachse der Albertstadt, befanden sich auf 3 Kilometern Länge Kasernen der sächsischen Infanterieregimenter, ein Hauptwachgebäude, die Garnisionskirche sowie zahlreiche weitere Militäreinrichtungen. Das wichtigste Gebäude war das Arsenal an der Kreuzung Stauffenbergallee und Königsbrücker Straße. Das Arsenalhauptgebäude, indem sich heute das Militärhistorische Museum befindet, war das Zentrum der Rüstungsindustrie. Es vereinigte Lager- und Magazingebäude, Werkstätten zur Fabrikation militärischer Geräte und ein Pulverlaboratorium zur Munitionsherstellung. Die immer wieder erweiterten Anlagen mussten nach dem Ersten Weltkrieg aufgegeben werden. Bis 1920 war die Albertstadt Sitz der Kadettenanstalt, einer traditionsreichen Ausbildungsstätte der sächsischen Armee. Zu den bedeutendsten Militärs gehörten die an der Widerstandsbewegung beteiligten Offiziere Claus Graf Schenck von Stauffenberg, Ludwig Beck, Friedrich Olbert, Hans Oster und Erwin von Witzleben. Ab 1933 rückte die militärische Nutzung der Albertstadt wieder in den Vordergrund. Mit dem Kriegsbeginn wurden die in der Albertstadt ansässigen Firmen in die Rüstungswirtschaft des Deutschen Reiches einbezogen. Trotz der militärischen Bedeutung der Albertstadt blieb diese bei den Angriffen auf Dresden weitgehend verschont.

Die Kasernen wurden nach 1945 von der Sowjetarmee und teilweise von der NVA genutzt. Mit dem Abzug der russischen Truppen 1994 wurden zahlreiche Gebäude umgebaut und saniert. In der Albertstadt haben unter anderem das Landesfunkhaus Sachsen (mdr) und das Finanzministerium ihren Sitz. Die ehemalige Heeresbäckerei wurde zum Einkaufszentrum umgestaltet. Seit 1998 wird die militärische Tradition von der Bundeswehr als Heeresoffizierschule weitergeführt. Sehenswert ist das militärhistorische Museum.

Charakteristika

Die meisten nach Dresden eingegliederten Stadtteile lassen sich anhand der historischen Dorfkerne beschreiben, die häufig noch ganz oder zumindest in Teilen existieren. Auch in den Vorstädten gibt es teilweise noch historische Dorfkerne, so wie in der Wilsdruffer Vorstadt. Der Albertstadt fehlt solch ein Platz, da sie planmäßig als Militärstadt auf einer zuvor nicht besiedelten Fläche angelegt wurde. Die Kasernen wurden zwischen der Stadt und dem Heller beziehungsweise der Dresdner Heide errichtet, so dass sehr viel Platz für Schießstände und Übungsgelände direkt hinter den Kasernen zur Verfügung stand.

So weist die Albertstadt in weiten Teilen den Charakter einer Planstadt auf, der ein Achsenkonzept zugrunde liegt. Damit besitzt sie auch kein repräsentatives Zentrum, anhand dessen man die umso heterogenere Struktur der Albertstadt darstellen könnte.

Am Olbrichtplatz, dem zentralen militärischen Platz, lässt sich das Kasernengebiet an der breiten Paradestraße Stauffenbergallee begreifen. Dort stehen die Gebäude, durch Grünflächen und Parks getrennt, in größeren Abständen. Wege kreuzen sich orthogonal oder in halbrechten Winkeln. Die Gebäudeausrichtung in den einzelnen Komplexen folgt zudem stark einer symmetrischen Anordnung zumindest der Hauptgebäude.

Der Aufbau des Industriegebiets („Industriegelände“), mit den viel organischer verlaufenden Straßen und gekrümmten Grundstücksverläufen steht dieser Planmäßigkeit entgegen. Der Verlauf der industriellen Strukturen leitet sich vom östlich begrenzenden Lauf der Prießnitz ab, auch wenn die Eisenbahnstrecke und die Königsbrücker Straße ebenfalls eine Achse bilden, an die sich das Gebiet anlehnt.

Stadtteilinformationen

Ortsamt:
Neustadt
Richtung:
Nord
Eingemeindet:
1945
digitalisierte Straßen:
21
digitalisierte Hausnummern:
262

Karte und Standortinformationen

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